Was ist Schröpftherapie mit Vakuum-Schröpfgläsern?
Beim Schröpfen (englisch Cupping) wird ein Schröpfglas auf die Haut gesetzt, in dem ein Unterdruck erzeugt wird. Das Glas saugt die Haut und das darunterliegende Gewebe an – statt es wie bei der klassischen Massage zu drücken, hebt es das Gewebe an und dehnt es. Dabei verändert sich die Durchblutung der Haut, und die angeregten Rezeptoren in Haut und Faszien beeinflussen das Schmerzempfinden und die Muskelspannung.
Wir verwenden Vakuum-Schröpfgläser (Dry Cupping), deren Sogstärke sich leicht an das Gewebe und Ihr Empfinden anpassen lässt.
Wann Schröpfen sinnvoll ist
- Verspannungen und Schmerzen in Nacken und oberem Rücken bei sitzender Tätigkeit – siehe auch Nackenschmerzen,
- muskulär bedingte Schmerzen im unteren Rücken,
- Überlastung bei Menschen, die trainieren – Waden, Oberschenkel, Gesäß, Schultergürtel,
- ein „eingerostetes“ Gefühl und Steifigkeit, die trotz Massage und Dehnen wiederkehrt,
- als Ergänzung zur therapeutischen Massage oder Sportmassage – an Stellen, die mit der Hand schwer zu „erreichen“ sind.
Statisches Schröpfen und Schröpfkopfmassage
Statisches Schröpfen
Die Schröpfgläser bleiben einige Minuten an derselben Stelle. Sie geben den stärksten Reiz und hinterlassen meist deutliche Spuren.
Schröpfkopfmassage
Wir bewegen das Schröpfglas mit Öl oder Creme über die Haut. Es wirkt auf einer größeren Fläche, erinnert an eine tiefe Massage, und die Spuren sind meist schwächer.
Oft kombinieren wir beide Formen in einer Sitzung, und das Schröpfen ist nur ein Teil davon – neben Massage, Manueller Therapie und Übungen.
Was die Forschung sagt
Übersichtsarbeiten zeigen, dass Schröpfen Schmerzen kurzfristig verringern kann – am besten belegt ist das bei Nacken- und Kreuzschmerzen. Gleichzeitig fallen die Unterschiede in Studien, die echtes Schröpfen mit einer gut gestalteten Scheinbehandlung vergleichen, geringer aus. Deshalb betrachten wir Schröpfen als eines von mehreren Werkzeugen und nicht als eigenständige Therapie.
Wie die Behandlung bei Fizjo-Fan abläuft
- Anamnese und Befund – wir klären, woher die Beschwerden kommen, und schließen Kontraindikationen aus.
- Schröpfen in ausgewählten Bereichen – statisch oder gleitend, mit einer an das Gewebe und Ihr Empfinden angepassten Stärke.
- Massage oder Manuelle Therapie – das Schröpfen ist meist Teil eines längeren Termins, keine eigenständige Behandlung.
- Empfehlungen – Übungen und Tipps, damit die Wirkung nicht nach wenigen Tagen verfliegt.
Nach der Behandlung
Die Spuren des Schröpfens verschwinden meist innerhalb weniger Tage bis etwa einer Woche. Einen Tag lang kann die Haut empfindlich sein und die Muskulatur sich anfühlen wie nach einer kräftigeren Massage. Bewegung und ausreichend Trinken helfen; am Behandlungstag sollten Sie besser auf Sauna und sehr intensives Training verzichten.
Wenn der Schmerz immer an derselben Stelle wiederkehrt, reicht Schröpfen allein nicht aus – dann beginnen wir mit einer physiotherapeutischen Untersuchung, um die Ursache zu finden.